Flächennutzungsplan der Marktgemeinde Pyrbaum: Fortführung des AufstellungsverfahrensWie berichtet befindet sich der aus dem Jahre 1986 stammende Flächennutzungsplan (FNP) der Marktgemeinde Pyrbaum in Überarbeitung bzw. wird neu aufgestellt. Nach der frühzeitigen Beteiligung der Behörden, Träger öffentlicher Belange sowie der Öffentlichkeit wurden die hierauf gemachten Einwendungen und Anregungen im letzten Jahr ausführlich im Marktrat behandelt und diverse Änderungen beschlossen. In der Zwischenzeit wurden diese in den FNP eingearbeitet; darüber hinaus wurde bezüglich der Bedarfsberechnung künftiger Wohnbauflächen die Bevölkerungsvorausberechnung den aktuellen Werten des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung für den Landkreis Neumarkt (+ 2,3 % bis 2025) angepasst (in der Vergangenheit wurde noch die Bevölkerungsprognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung herangezogen, die damals noch einen Bevölkerungszuwachs für den Landkreis Neumarkt bis 2020 von 15 % voraussah) und auf dieser Basis die Flächenreserven für Wohnbauland nochmals geringfügig korrigiert. Zudem wurden die Schwerpunkte der Siedlungsentwicklung durch eine Priorisierung der potenziellen Bauflächen konkretisiert. Der Marktrat billigte den vorgelegten Entwurf des FNP mit den vorgeschlagenen Änderungen und beauftragte die Verwaltung mit der nun folgenden (zweiten) öffentlichen Auslegung sowie Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange. Einfache Dorferneuerung SchwarzachEin wesentlicher Grundsatz einer „einfachen Dorferneuerung“ besteht darin, dass die Dorfbevölkerung in die Vorbereitung, Planung und Ausführung einer derartigen Maßnahme mit eingebunden wird. Aus diesem Grund wurden – nachdem der Marktrat am 19.5.2009 die Dorferneuerungsmaßnahme Schwarzach bereits grundsätzlich beschlossen hatte, zwischenzeitlich drei Bürgersammlungen (26.4.2010, 16.6.2010, 26.7.2010) in Schwarzach abgehalten, wo die Planungsvorschläge des Architekturbüros Kühnlein mit der Dorfbevölkerung diskutiert, ergänzt und abgestimmt wurden. Daneben fanden noch diverse Abstimmgespräche mit Grundstücksanliegern sowie dem Amt für ländliche Entwicklung in Regensburg statt. Der hierbei erarbeitete Planungsvorschlag wurde nunmehr in der letzten Sitzung dem Marktrat präsentiert, welcher eine Umsetzung in der vorgestellten Form einstimmig bestätigte. Der Schwerpunkt der Gestaltungsmaßnahmen liegt dabei beim Dorfplatz in der Ortsmitte; zudem werden kleinere Maßnahmen (v.a. Pflanzmaßnahmen) an mehreren Ortseingängen zur Umsetzung kommen. Das Gesamtvolumen der Maßnahme beläuft sich dabei auf rd. 402.000 € (inklusive Mehrwertsteuer und Baunebenkosten), wobei eine Förderung über das Amt für ländliche Entwicklung von rd. 50 % zu erwarten ist. Aus fördertechnischen Gründen muss die Maßnahme noch in 2010 begonnen und bis 31.12.2011 abgeschlossen werden; aus diesem Grund wurde mit dem Amt für ländliche Entwicklung vereinbart, dass in diesem Jahr noch die neue Bushaltestelle errichtet werden soll, während die Tiefbauarbeiten den Winter über ausgeschrieben und im zeitigen Frühjahr begonnen werden. Pyrbaum beteiligt sich am Projekt „Kommunales Flächenmanagement und Innenentwicklung“Die Regina GmbH Neumarkt (Gesellschafter sind der Landkreis Neumarkt sowie alle Landkreiskommunen) bereitet derzeit ein Projekt mit dem Ziel vor, Möglichkeiten aufzuzeigen, um die Ortskerne als Zentren zu bewahren, die historische Baukultur zu erhalten und die Bürger für diese Problematik zu sensibilisieren. Ausgangspunkt ist die Situation, dass in nahezu allen Landkreisgemeinden u.a. aufgrund der demografischen Entwicklung zusehends leer stehende Objekte (Geschäfte, Gaststätten, Wohnhäuser, landwirtschaftliche Anwesen usw.) festzustellen sind, was mit zahlreichen Folgeproblemen verbunden ist. Aus diesem Grund soll anhand konkreter Objekte/Bereiche Ursachenforschung betrieben und Nutzungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Für den Bereich der Marktgemeinde Pyrbaum bietet es sich hierbei an, speziell die „Gaststättenproblematik“ (leer stehende und vom Leerstand bedrohte Gasthäuser) im Ortskern von Pyrbaum in diese Untersuchung einzubringen. Unabhängig davon werden sicher auch Erkenntnisse gewonnen, wie der Leerstandsproblematik im Allgemeinen in unserer Region begegnet werden kann. Folgende Themenbereiche sollen dabei unter wissenschaftlicher Auswertung untersucht werden: a) Ursachenforschung b) Auswirkungen der demografischen Entwicklung c) Bewertung der Ortsstruktur d) Ermittlung „gefährdeter“ Objekte e) Untersuchung des Gebäudebestandes an ausgewählten Objekten f) Nutzungskonzepte für ausgewählte Objekte g) Vermarktungsstrategien für ausgewählte leer stehende Objekte h) Bewusstseinsbildung für die Problematik bei Marktrat und Bürgern Begleitet werden soll das Projekt durch ein renommiertes Fachbüro für Städtebau- und Regionalplanung; die Projektlaufzeit wird auf rd. 2 bis 2,5 Jahre veranschlagt. Die Gesamtkosten betragen ca. 200.000 – 250.000 €, wobei eine Förderung von insgesamt rd. 90 % zu erwarten ist, so dass für die (voraussichtlich ca. zehn) teilnehmenden Kommunen aus dem Landkreis Neumarkt jeweils nur ein geringer Eigenanteil von wenigen Tausend Euro verbleibt. Der Marktrat beschloss deshalb die Teilnahme an diesem Projekt, wobei neben der Gaststättenproblematik auch ein ausgewählter Bereich eines klassischen Wohnbaugebietes mit untersucht werden soll. SonstigesLücke im Geh- und Radwegenetz wird geschlossenIn Kooperation mit dem Landkreis Neumarkt wird noch im Herbst dieses Jahres der Gehweg an der nördlichen Seite der Nürnberger Straße (Pyrbaum) Richtung Oberhembach bis zur Einmündung in die Lindelburger Straße (Zufahrt Friedhof) als kombinierter Fuß- und Radweg verlängert, so dass die noch verbliebene letzte Lücke im Radwegenetz zwischen Pyrbaum und Sperberslohe geschlossen wird. In diesem Zusammenhang wird auch eine Überquerungshilfe in Form eines Fahrbahnteilers an der Einmündung zum Sport- und Schützengelände errichtet. Die reinen Baukosten belaufen sich auf rd. 117.500 €, wobei einen Förderung durch den Freistaat Bayern in Höhe von 58 bis 60 % erwartet wird; die verbleibenden Kosten teilen sich der Landkreis Neumarkt und der Markt Pyrbaum in etwa zur Hälfte. Die Ausführung der Arbeiten wurden an die Fa. Ochs (Nürnberg) vergeben, welche derzeit bereits die Erschließung des Gewerbegebietes an der Nürnberger Straße durchführt. Ausbau des Breitbandnetzes: Eingabe von Rengersrichter BürgernMit Schreiben vom 14. Juni 2010 haben rund 70 Rengersrichter Bürger darum gebeten, den Ausbau des Breitbandnetzes (Internet) auch in Rengersricht voran zu treiben. Hintergrund ist die Tatsache, dass im Herbst eine Glasfaserleitung von Pyrbaum an Rengersricht vorbei (entlang Flurwegen) nach Seligenporten verlegt wird, um die mangelhafte Breitbandversorgung in Seligenporten und Schwarzach zu beheben (dort stehen z.T. nur 0,4 MBit/s zur Verfügung). Eine Anbindung der Kabelverzweiger von Rengersricht an das Glasfasernetz ist derzeit aus folgenden Gründen (noch) nicht vorgesehen: a) Förderfähig sind nur Verbesserungsmaßnahmen, wenn im betreffenden Ortsteil Breitbandraten unter 1 MBit/s zur Verfügung stehen; da in Rengersricht (am Kabelverzweiger) Übertragungsraten von 1,5 bis 2,0 MBit/s gegeben sind, fällt dieser Ortsteil (wie auch Pyrbaum, Pruppach und Oberhembach) nicht unter eine staatliche Förderung. b) Zur Verbesserung der Breitbandversorgung müsste der in der Ortsmitte von Rengersricht stehende Kabelverzweiger an das neue Glasfasernetz angeschlossen werden; hierzu müsste ein entsprechendes Kabel von der um den Ort verlaufenden Glasfasertrasse z.B. entlang der Ortsstraße zum Ortszentrum neu „gezogen“ werden, was aufgrund der asphaltierten bzw. gepflasterten Flächen entsprechend aufwändig ist. Nachdem die Ortsdurchfahrt Rengersricht als dritter und letzter Bauabschnitt der Kreisstraße NM17 in absehbarer Zeit (ca. 2 – 3 Jahren) ausgebaut werden soll bietet es sich an, entsprechende Kabelarbeiten in diesem Zusammenhang mit auszuführen. Der Bau- und Umweltausschuss hat daher in seiner Sitzung vom 10. August 2010 beschlossen, separate BreitbandVerbesserungsmaßnahmen für den Ortsteil Rengersricht vorerst zurückzustellen, wenngleich die Marktgemeinde natürlich auch um eine Optimierung der Breitbandversorgung in den mäßig (wenn auch nicht förderfähigen) versorgten Ortsteilen bestrebt ist. |